Samstag, 29. Oktober 2011

Au weh, ahaaha ha hahaha haha :-)

Ich war also auf der "Halloween"-Geburtstagsparty, was soll ich sagen!
Habe drei Bierliköre getrunken und auf Teufel komm raus die großen und kleinen, die dünnen (es gab dort keine dicken...), die klugen, die bodenständigen, die anatomisch-bevorteilten, die lebens- und auch so lustigen MÄDELS angebaggert.
Heim gekommen bin ich unter anderem mit der Telefonnummer eines jungen Mannes, ich erzähl euch jetzt wie es dazu kam:

Alles fing damit an, dass wir uns hier ins Schickimicki-Viertel vor ein Einkaufszentrum gesetzt haben, um uns die Kostüme der Leute anzuschauen. War echt super, da waren richtig gute Ideen und vor allem Umsetzungen dabei. Man sah Bat- und Spiderman, Super Mario, die Truppe aus Clockwork Orange, Krankenschwestern, Polizistinnen, Catwomen, Piraten, Zombies und Co. War echt gut gemacht.
Dann gings zur Party. Ein "Maskenball" mit Zusatzmotto "Der gestohlene Kuss". Hab mir auch prompt ein, zwei Küssla geklaut ;-) 
Auf der Party, alle haben sich a Bierla geschnappt und unterhalten sich, da geht auf einmal, welch Wunder, die Musik an und die Leute ab. Oh mein Gott! Jetzt steh ich da, Hüften und Extremitäten fliegen rhythmisch mit der Musik abgestimmt um mich herum und ich denk mir: Ohhh Schiete, die können ja ausnahmslos allllllllle Tanzen (wie sich aber später rausgestellt hat doch nicht alle :-P) 
Auf jeden Fall war eine unterschwellige Erwartungshaltung da, dass ich jetzt einsteige und German-Style alle vom Hocker haue. Ich schwöre, ich hab es mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln probiert!
Letztendlich war meine Hüfte beweglich wie die eines Playmobil-Männchens, zeitweise wie die eines Lego-Männchens, wenn man die Beinarbeit mit einbezieht.
Ich besaß die Anmut eines defekten Roboters, mein Tanz grazil und gewandt wie die Bewegungen des T-förmigen Steins bei Tetris.
Ich erregte Mitleid.
Das war an sich ja gar nicht mal schlecht. So bin ich zu sieben Stunden Tanzunterricht vor Ort gekommen! Dann sagte mir jemand: " Hier sagt man, dass das Tanzvermögen dem Können im Bett entspricht"
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:-O 
Kacke ich blamiere mich gerade voll! Was denken die Damen der Schöpfung jetzt wie ich mich im Bett anstelle! 
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Tanzmodus : EIN! Und los!
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Es war toll, ich bin fick und fertig, meine Hüfte knirscht jetzt wie ein fürs Mahlen von Knorpel und Knochen ausgelegtes Mahlwerk! Mein Gleichgewichtssinn kehrt langsam wieder zurück, ich spüre meine Füße wieder! Ich habe etwas gelernt und konnte damit scheinbar überzeugen. Zu Reggaeton zu tanzen ist weiter nicht schwer. Hüfte auskugeln und ab dafür. Genitalien und Hintern aller beteiligten aneinander schmiegen und los gehts. Man könnte es als "sich einen Wolf rubbeln" bezeichnen und sieht dabei unheimlich nach Gangster ausm Ghetto aus, aber es ist ok ;-) Denn daran denkt man nicht, wenn man grad in einem Tanzsandwich zwischen zwei Mädels auf der Tanzfläche umsorgt wird. Ahaha
Und dann kam Salsa!
So da steh ich nun, tollpatschig wie ein geistig- und gehbehinderter Pinguin versuchend, die für mich neuen Schritte der "Turniertänzer" zu übernehmen, von ihnen zu lernen. Hat nicht geklappt! Zum Glück hatte ich meinen Tanzbehindertenausweis (Deutscher Pass ;-) ) dabei und konnte mich von der Tanzfläche zurückziehen.
Eine Person war aber offensichtlich ganz besonders von mir angetan, der Herr mit der Telefonnummer. Ein wahrhaftiger Meister des Tanzens. Egal welcher Stil gerade verlangt war, er konnte ihn tanzen. Er hat mich mit seinen vor Lust lodernden Augen fixiert (muss schwer gewesen sein, er war ungefähr 1,50m groß) und sah in meiner Tanzunfähigkeit wohl die Herausforderung des Abends. 
Die sind hier aufdringlich, ohne Scheiß, der hat sich das in den Kopf gesetzt mir das Tanzen beizubringen und da kannst du nichts dagegen machen. Ich versuchte auszuweichen, aber ich meine auch im größten Zimmer kommt irgendwann mal ne Wand. Mir blieb nichts anderes übrig....
Aber anstatt des von ihm verlangten Lockerwerdens schaltete sich, je näher er mir mit seiner Schaukelhüfte kam, eine Art Tanzunfähigkeit meinerseits ein, die darin gipfelte, dass mein Tanz nun wie vom Ministry of Silly Walks höchst persönlich entworfen aussah.... 

Es war erbärmlich! 

Das hat er sich wohl auch gedacht und mir seine Telefonnummer da gelassen, falls ichs Tanzen lernen möchte oder so jemanden brauch... lol ein Novum, auch nicht schlecht :-P
Etwas perplex wieder den Damen zugewandt, entdeckte auf der Tanzfläche zum Glück jemanden, der noch schlechter als ich tanzen konnte (ist aber auch nicht schwer, wenn man im Rollstuhl sitzt ahaha) und der Abend wurde zu einem der besten meines bisherigen Daseins. War einfach toll. Aber der Gentleman schweigt und genießt....
Sodala, auf dem Programm stehen jetzt wohl offensichtlich Tanzunterricht (nicht bei Mr. Telefonnummer-Swayze) und Yoga für die geschundene Hüfte. Ich freu mich auf die nächste Feier dort. 
Bin erst heute Mittag um 12 wieder daheim gewesen. Es war super, tolle Leute, gute Musik, super Stimmung, gut auswärts geschlafen! Ade

Freitag, 28. Oktober 2011

Entschuldigung Leute, es ist nichts erzählenswertes passiert.....

Wie es die Überschrift schon andeutet ( :-P ) ist die letzten Tage auch wirklich gar nichts neues passiert, nichts über das ich mich hier auslassen könnte, nichts von Bedeutung. Zumindest für meine Wahrnehmung nichts relevantes....

Deshalb hab ich mal philosophiert und mich erinnert:
Jemand intelligentes hat einmal sinngemäß so etwas gesagt wie: "Lass dich auf das ein, was dir befremdlich vorkommt, denn im Endeffekt ist genau so ein Erlebnis das, was deinen Horizont erweitert und dich fürs Leben lernen lässt."
Keine Ahnung wer das war, is ja auch egal. Vielleicht wars auch aus ner Waschmittelwerbung...lol no sé José!

Nichtsdestotrotz geh ich deshalb heute auf eine Halloweenparty in einem lustigen Studentenviertel und sauf mir die Hucke voll. LOL
Nein, ich trink an Schluck Bierlikör (Bogotáer Cerveza schmeckt für mich irgendwie zu süß) und bagger auf Teufel komm raus die Großen und die Kleinen, die Dicken und die Dünnen, die Klugen und die Dummen, die Eingebildeten und die Bodenständigen, die anatomisch Benachteiligten und solche, die es werden wollen, die "gebärfreudig Behüfteten" und die Verklemmten, die Lustigen und die unfreiwillig Lustigen und letztendlich diejenigen an, die eine perfekt zu mir passende Mischung aus oben genannten Eigenschaften besitzen, bei denen mir aber sonst der Mumm fehlt um sie anzusprechen :-)
Ihr seht es war die Tage wirklich langweilig. Wenn ihr euch beleidigt oder erwähnt fühlt, schreibt mir eine Email mit Telefonnummer und Bild, ich bin ab Ende März wieder in Deutschland und zum Zeitpunkt meines Zurückkehrens Single ;-)
Ahaha ich hab heute Spaß :-)
Schau mer mal wies heute Abend wird!

So, jetzt gibts Mittagessen. Morgen mehr von mir.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Gespräch gestern:

S:"Magst du Pixar?"
Ich: "Ich mag deren Filme, sind lustig"
S schaut mich entgeistert an
Ich: "Toy Story, Monster AG, Nemo..."
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S: "Flaches, rundes, italienisches Essen mit beispielsweise Tomatensoße, Käse und Schinken drauf...?!"
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Ich(denkend): Pixar, Picksa, Pixa....lol Pizza!
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Die sagen hier zu Pizza Pixar (Pixa/Picksa) Der Lacher des Tages!

Montag, 24. Oktober 2011

Straßenkünstler und solche, die es werden wollen

Es gibt in Bogotá etwas, das mir sehr gut gefällt. An jeder Ampel wird man von irgendwelchen "Straßenkünstlern" unterhalten. Natürlich machen die das nicht aus Spaß an der Freude, aber ist ja auch legitim. Mir ist nur eines aufgefallen: Die Qualität der Darbietungen variiert sehr stark!
(ACHTUNG, FOLGENDER TEXT ENTHÄLT SARKASMUS, IRONIE, BEHINDERTENWITZE....alles in ein oder zwei Sätzen...lol)




Zum einen gibts an viel befahrenen Straßen die wahren Künstler! Hier wird, das hab ich gestern Abend beobachten dürfen, wirklich  etwas geboten. Drei junge dunkelweiße Mitbürger haben gezeigt, dass es möglich ist mit (brennenden) Fackeln zu jonglieren, selbst wenn dabei jemandem auf den Schultern steht der selbst wiederum jemanden auf den Schultern steht. Genial gemacht, wobei die zusammen vielleicht drei Meter hoch waren (wir sind ja immerhin noch in Auenland/Kolumbien :-P ). Und es hat nicht nur einer jongliert, sondern alle drei! Respekt!
Zum andernen gibts weniger begabte Leute, die bei dreimaligem springen auf einem Bein sieben mal hinfallen (könnte schon wieder als Comedy durchgehen...), oder körperlich Beeinträchtigte bei denen man sich fragt, ob das jetzt eine besondere Gabe ist, dass der offensichtlich an den Folgen von Polio leidende Akteur seine Beine zwar um 180° nach hinten, nicht aber wieder nach vorne biegen und drehen kann. Ok, er jongliert dabei! Aber es schaut doch wirklich keiner auf seine Hände....
Oder Crazy-Rollerman, ein Rollstuhlfahrer, der andauernd auf der Hauptverkehrsstraße mitten auf der Fahrbahn rumfährt. Und hier ist auf so einer Straße mords was los. Ich glaub fast, dass er so zu seinem neuen "Talent" gekommen ist...
Es ist manchmal lustig, machmal genial, manchmal erbärmlich und oft mitleiderregend...häufig bei denen  die glauben, etwas gut zu können. Ich meine, ich kann auch mit EINEM Ball jonglieren, aber das mach ich, wenn überhaupt, daheim im dunklen...lol
Trotzdem gibt man dem inoffiziellen Wanderzirkus gerne einmal ein paar Pesos, die freuen sich total und ich weiß, das keiner von ihnen einen Chichabecher dabei hat ;-)

Samstag, 22. Oktober 2011

Elf Dinge

Ein weiteres Fazit meiner bisherigen Zeit hier :

1. Hab heute einem Penner 20 Cent in Pesos in die Hand gedrückt und aus Dankbarkeit wollte er, dass ich mal aus seinem Chichabecher trinke. Ähm, NEIN! Nette Geste, aber ich glaub erstens nicht, dass er den Becher ab und an mal wäscht, zweitens nicht, dass er überhaupt fertige Chicha kauft und drittens glaube ich, dass er Chicha selber macht und zwar auf die traditionelle Weise mit Spucke und zerkautem Mais. 
Er hätte ja DER Spucke-Braumeister schlechthin in ganz Bogotá sein können, aber echt nicht. 
2. Im Supermarkt gabs heute ganz viel zum Probieren, hab mich, deutsch wie ich nunmal bin, in die "Schlange" gestellt und gewartet bis ich dran bin. Das hat eine kolumbianische Oma beobachtet und gedacht ich würde mich nicht trauen. Also ist die alte, 1,50m große Oma von hinten an mich ran geschlichen und hat mich nach vorne geschubbst. Hallo? Oma? Gehts noch? hehe hatte dann aber sofort ein Limo in der Hand. Danke ;-)
3. Hier fahren lauter Chevrolet Astra, Zafira und Corsa rum. Chevrolet Rüsselsheim ;)
4. Ich liebe Uchuvas (oder Physalis, wie sie bei uns heißen... Ahaha hab in der ersten Woche hier mal  einem Verkäufer erklärt, dass die bei uns Syphalis heissen...PEINLICH, die haben alle geschaut!.... die Höhenluft ist schuld!) , aber ich krieg davon immer Bauchweh! Dabei kosten die in einer 400g Packung grad mal nen Euro. Ohne die doofe Haut außenrum!
5. Gestern war der Tag der ungewöhnlich schönen Frauen hier...und ich seh, gebeutelt durch eine verdorbene "Bratwurst" und deren Bakterien-Gang aus wie hingekackt und hingeschissen... Mist aber auch :P 
6. Bin heute in einen Bus gestiegen, in dem ich nicht aufrecht stehen konnte, sondern nur im 60° Winkel nach vorne gebeugt. Hätte ich das nur vorher gewusst.... Hab mich dann in den Gang gesetzt und war trotzdem noch größer als der Rest der Bogotanten. 
Keine kleinen blauen Busse mehr für mich, mögen sie noch so leer aussehen :P
7. Ich liebe es, morgens mit GLETSCHERWASSER KALT zu duschen...NOT
8. Die bereiten hier schon alles für Weihnachten vor, überall Weihnachtsbäume und Engel aus Lichterketten! Ne ne ne. Und nicht mal Lebkuchen!
9. Die Drogenschweine reduzieren uns Deutsche nur aufs Oktoberfest lol
10. Massiv-schnurrbärtige Mädels sind auch hier nicht interessant :-P
11. Hab eine Frau gesehen, die war ausgewachsen und mit normal-proportionierten Extremitäten 1,10m groß... ahaha hab diskret laut gelacht! Wenn die noch High-Heels angehabt hätte, ich glaub dann wäre ich an dem Tag lachend verendet!

Sodala, und jetzt mach ich mich schön für später :-) Schönes Winterwochenende Deutschland! Ahahaha :-)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Soy y estoy feliz Teil 4

So Leute, mit etwas Verspätung nun der "Nebelwald", das Hochland....wobei es eigentlich nur knappe 2000m waren. Immerhin 1738m höher gelegen als Bamberg.
Der Beginn des vergangenen Montages und zugleich der Grund für die Verspätung des Posts war das Frühstück. Wir sind mit dem Bus zu der Würschtlichbude gefahren, die nur fünf Meter neben der Abzweigung zum Parque Natural, dem Ziel unseres Ausfluges, liegt. Dort gabs erstmal eine große Tasse Aquapanela (Wasser mit ein paar Teelöffeln getrocknetem Zuckerrohrsirup), eine Arepa (so etwas wie ein gegrilltes und mit Käse o.ä. gefülltes Brötchen aus Mais) und, ich werde den Anblick nieeeee vergessen, eine Chorizo. Das Wort ist mir schon unangenehm, seit ich mit mit einer solchen (damals aber aus Spanien stammenden Ausgeburt einer Höllenwurst) vor ein paar Jahren mal eine richtig üble Magenverstimmung eingefangen hab.
Aber egal, ich dachte die nennen das hier halt Chorizo weil das hier das Wort für Wurst ist, und so schlimm kanns ja nicht werden. Von wegen...
Der "Kellner" kommt also mit einem kleinen Körbchen und darin liegen zwei kleine Wüstchen, sah etwas unappetitlich aus, aber das heißt ja noch nicht unbedingt etwas. Ich sag nur, dass ich seit Jahren in WGs lebe und desöfteren mal einen Döner esse und deshalb dachte, mein Magen sei an Dritte-Welt-Verhältnisse gewöhnt. Ha denkste!
Der Geschmack des ersten Bissens hat mir mein mir bevorstehendes Schicksal schon verkündet.
FETT-KNORPELWURST mit feinstem EBERFLEISCH, lauwarm und einfach nur ekelhaft.  Der Fett-Knorpelwurst-Teil ist ja nicht das schlimme, laut diversen Starköchen ist ja Knorpel eine Textur, die bald in Mode kommt :-P Aber das Eberfleisch, ach bäh, ich mags einfach nicht.
So also die restliche Wurst erstmal unter der Serviette versteckt und mir ein Pan de Yuca bestellt. Dann ab in den Wald.
Bzw. erstmal ein paar Kilometer die Landstraße entlang und bei diversen Leuten nachgefragt, wo man hier die Lagune findet. Wir suchten also einen Tümpel, der direkt in der Nähe der Straße sein soll. Nur wissen komischerweise alle Leute die hier Leben nichts von einem Tümpel/Teich/"See". Hmm. Was nu.... ach einfach mal auf dem nächstbesten Camino Real (von den Indianersklaven zu Zeiten der Spanischen Herrschaft gebaute Wege aus Steinbrocken und -Platten) den Berg hoch Richtung Wald. Oben angekommen waren da nur noch Stacheldrahtzäune und der Weg abgeschnitten. Also Rucksack runter und Stacheldrahtlimbo tanzen ;-) Gut dass ich etwas größer bin, so kann ich ab und an auch mal drüber steigen anstatt unten durch zu robben. Und dann standen wir auf einer idyllischen...Kuhweide. Hmm. Die sehen hier so aus:
Ein paar Bäume dazwischen, die, wenn die Kühe und Pferde sie nicht erreichen, meist bis oben hin mit Orchideen und Bromelien vollgepackt sind. Das ganze mit vielen Steinen und Felsbrocken, und Moos. Torfmoos. War echt genial mit den Nebelschwaden, die den ganzen Tag vorbei ziehen. Also ab zum erstem Tümpel:

Darin leben hauptsächlich diese Lurche:


Sitzen da drauf:


Und keltern Wein aus dem Zeugs:


Haha als ob Frösche Wein keltern würden....das machen die Salamander :-P

Also, man sieht die Höhenluft hat weniger Sauerstoff lol.
Das merkt man beim kraxeln ganz schön. Aber da mein Trainingslager noch weitere 650m höher liegt, kam ich hier ganz gut zurecht. Es war auch relativ trocken an dem Tag, denn es hat vormittags nicht geregnet. Perfekt. (War trotzdem alles nass...)
Bei dem Teich erstmal stehengeblieben und gelauscht. Daniel und ich haben etwas gehört, uns zueinander umgedreht und wie aus der Pistole geschossen: "Atelopus" gesagt. Ja schön wärs, die gelten in weiten Teilen des Hochlands als ausgestorben bzw. sind gerade dabei eben dieses zu tun. Wir hatten aber nicht allzuviel Zeit und haben nach einer halben Stunde der Suche aufgehört und sind weiter. Obwohl das natürlich ein Sensationsfund wäre.
100%ig kommen wir aber wieder, dann wird den ganzen Tag nach Atelopus (Stummelfußkröten) gesucht.
Wir gingen also in ein kleines Waldstück, weil das Gebiet hier auch im "Ranitomeya-Belt" liegt und es sein könnte, dass hier eine bekannte Art vorkommt, oder es sogar eine neue Art gibt.

Das ist zwar kein Frosch, aber mein erster Fund ;-) Hochlandanolis, diese Variante hat einen weißen Bauch (scheint besonders zu sein, keine Ahnung, ist kein Frosch). Die sind überhaupt nicht scheu! Hat sich anfangs erschrocken, aber als ich sie dann in der Hand hielt hat sie sich hingesetzt und zugeschaut. Praktisch :-)
Okai, Eidechse zurück in den Wald befördert und weiter nach Fröschen gesucht. Die leben in solchen Ecken:

Mögen Sphagnum:



Und sehen so aus, wenn sie ihre Kinder dabei haben:

Colostethus sp. "San Antonio"

Das ist ein Colostethus sp. "San Antonio", solange er nicht einwandfrei identifiziert wurde :-)
Ein Highlight des Tages! Einfach nur genial.
Jetzt noch ein paar Bilder und dann wars das auch schon wieder für heute.
Lycopodium?



Käferlarve, 5cm lang, leider unscharf

Dienstag, 18. Oktober 2011

Soy y estoy feliz Teil 3

Auf zur Obstplantage. Hier gibt es Dendrobates truncatus. Als alter Froschfan und Krötenmöger hab ich mich natürlich beinahe zu Tode vorgefreut. Vorfreude... :-)
Ein paar Kilometer die Schotterpiste entlang, die Geier kreisen über uns (wir riechen wohl noch etwas nach Rio Bogotá). Sengende Hitze, bestimmt 28°C ;-) Schweiss trieft uns die Stirn (jedem seine eigene) herunter auf die guten Regenwald-Siffklamotten. Hehe Späßle, war halt warm.
Schnell bei den Besitzern der Farm bescheid gesagt, dass wir jetzt bei denen im Garten Frösche suchen und ab dafür. Am Fluss gibts einen kleinen Bambuswald, sieht so überhaupt nicht nach Fröschen aus, aber fünf Meter weiter schon den ersten Pfeilgiftfrosch gefunden:
Truncatus in bamboo leaflitter


Dendrobates truncatus, einen was den Lebensraum angeht wohl anspruchslosesten Dendrobaten überhaupt. Egal ob heiss, trocken, sandig oder einfach ungünstig, der lebt überall.
Weitere 10m weiter in Richtung Schweinestall haben wir dann erstmal ein paar kleine Papageien bei der Wohnungssuche gesehen. So schöne Vögel, grün und blau! Mag ja eigentlich keine Vögel, aber die waren echt putzig. Papageien sind halt die Ausnahme. Und Pelikane/Kolibris :-P
Sodala, nachdem wir am Schweinestall vorbei gegangen sind, haben wir einen Schuppen mit Müll und Unrat gefunden....und ca. fünf weitere Pfeilgiftfrösche. Man glaubt es kaum, aber die leben bevorzugt im Müll, weil es da viele Verstecke gibt und noch mehr Möglichkeiten, ein geeignetes Brutgewässer für die Kaulquappen zu finden. Hier ein Beispiel:
We found 6 tadpoles in there
Da haben wir 6 Kaulquappen gefunden. Eine ist aber durch den Abfluss abgedüst. A bissla Schwund ist immer.
Neben den Fröschen gabs in dem Schuppen aber auch...tada... RATTEN... nicht so mein Fall. Gelegentlich fressen die Ratten auch nen Frosch, aber waren noch genug da um Fotos zu machen:
Einfach zu schön. Mama, Mama sein Freund: Ich mag Frösche :-) Jetzt ist es raus...lol
Ein erfolgreicher Tag, alle Gewebeproben genommen die wir brauchten, morgen gehts weiter mit dem Hochland.
Truncatus habitat

Truncatus habitat

Truncatus habitat

Soy y estoy feliz Teil 2

So es geht weiter:

Aus Bogotá waren wir dann nach insgesamt ca. 2,5 Stunden draußen. Mühsam sich windend schlängelt sich die Straße die Täler hindurch... direkt neben einem "Fluss", der eigentlich den Namen "Dickfluss" haben müsste. Der Rio Bogotá.
Man riecht ihn bevor man ihn sieht, denn er bündelt das gesamte ungeklärte Abwasser von Bogotá (mehr als 8 Millionen Einwohner!!) und leitet es geschickt an den einzigen beiden Kläranlagen vorbei. Ahaha is das eine Siffe. Es stinkt erbärmlich! Und das beste ist, da wohnen Leute direkt am Dickflussufer.
Es werden aber immer weniger, ich vermute weil die heimtückische Schlaftrunkenheit sie manchmal zum allwöchentlichen Zahnstümpfeputzen im Morgengrauen zu nah an das Ufer lockt... :P
Der Fluss ist so dreckig, dass selbst die Leichen (hab am Montag eine drin schwimmen sehen, Polizei stand schon am Ufer und hat geschaut...) nicht ins tiefe Wasser schwimmen.
Ich wette der Tote war der fürs Umweltamt dort Proben nehmende Sachverständige, der den Leuten zeigen wollte, dass man das sogar schon wieder trinken kann :-P A la letzte Worte: "Ach quatsch, wir brauchen keine weiteren Kläranlagen das ist bestes Trinkwasser! Schaut her!" Ein Satz mit X, das war wohl nix.
Das idyllische, wie mans nimmt, ist der Salto de Tequendama. Ein Wasserfall, den die Plörre sich bereitwillig hinunter stürzt. Genauso wie dutzende Selbstmörder jedes Jahr.
Für das Spektakel (Wasserfall und Selbstmörder) gibts ein paar wunderschön an der Klippe gelegene Hütten und Würschtlichbuden, von denen aus man einen herrlichen Ausblick hat.
Ich hab die Luft angehalten, ich denke nämlich dass Tequendama bei dem Stuhl- und Luluwasser Tröpfcheninfektion heisst, sinngemäß übersetzt. Werde den Bogotanten den Vorschlag machen, doch einfach einen überdimensionalen Klostein neben den Wasserfall zu hängen. Lockt Touristen an und lässt die Umgebung nach Alpenfrische duften :-P Nach 5 Kilometern wieder geatmet.
Es geht stetig bergab, von anfangs 2600m sind wir auf 500m runter. Es wird wärmer. Viel wärmer, zum Glück hab ich diesmal an die Sonnencreme gedacht. Nicht aber daran, dass man auch seine Albinoarme damit einschmieren kann...
Auf zum Frösche suchen...

Soy y estoy feliz Teil 1

"Was hat der Ömmel das Wochenende wohl gemacht?" Das, oder so ähnlich, wird sich der eine oder andere ungeduldige Blog-Leser bereits gefragt haben.... Ich war im Regenwald!
"Wie im Regenwald?", fragt sich der Blog-Leser nun, "ich dachte du machst ein Praktikum?!"
Tja, Regenwald fäng hier gleich hinterm Häusle an liebe Mitleser und -innen! Hier meine Geschichte:
Es war Sonntag morgen, bin um 1 Uhr ins Bett, um halb 2 eingeschlafen und schließlich um 2.30 Uhr wieder aufgestanden. Sch***** Akkuladegerät hat ein blaues LCD-Display das, so lange wie die Batterien noch nicht voll sind, blau blinkend den Raum ausleuchtet. Ich schätze zurückhaltende 125000 Lux. Bin natürlich aufgewacht und hab erstmal gedacht: Oha, wasn da so blau?! 'N OVNI? OVNI ist spanisch für UFO...hehe wenn man halt so vergesslich ist wie ich es bin. Immer Spaß im Leben....
So, nachdem Scully und Mulder wieder weitergezogen sind, bis 5.30 geschlafen, dann aufgestanden und ab ins Taxi. Es ging zur Transmilenio-Station 127. Die macht um 6 Uhr auf, theoretisch, also konnten wir um 6.30 Uhr weiterfahren. Davor aber halt noch eine Darbietung eines Schnapskünstlers miterlebt:
1. Hat 14,4 Cent aus dem Fahrkartenhäusle geklaut und ist dann erstmal weggetorkelt
2. Rannte dann auf einmal auf der Autobahn umher und ist über den Zaun in den Busbahnhof geklettert
3. Hat selbigen vollgepieselt
und
4. Hat mit Schleim rumgespuckt. Laaaaange Fääääääden :) Hat ausgesehen als hätte er in der Nacht ein Nacktschnecken-Wettessen mit Abstand gewonnen....
Na lecker, das wars dann mit dem morgentlichen Appetit.
Der Bus brachte uns dann wohlbehalten, aber müde, zum Portal Sur, dem richtigen Busbahnhof. OMG soo viele Leute...und alle wollen genau in die Richtung, in die wir wollten. Egal, anstellen und warten.
Und warten. Und...hehe an der Schlange vorbeimogeln :P hehe Ich war der größte im ganzen Gemenge und hab das natürlich ausgenutzt. Über die Köpfe der Hobbitse hinweg eine Lücke gefunden und meinen Kumpel Daniel genau da hin geschickt. Ätschibätsch!
Trotzdem fast den Bus verpasst. Der Mann, der mit dem Megaphon die Durchsagen machte, hat das Prinzip seines Sprachrohres nicht verstanden und es geschafft, laut rein zu sprechen und das ganze Gebrabbel leise auf der anderen Seite wieder heraus kommen zu lassen. Respekt, ich weiß immer noch nicht wie das geht. Und er hat es richtig herum gehalten! Man lernt nie aus....
Ab gehts in den Bus. Die Sitze wie gewohnt so eng zusammen, dass jede Thrombose vor Freude im Kreis hüpfen würde. Aber halb so wild, ich war ja schließlich bestens Dehydriert :-P
.........
to be continued

Samstag, 15. Oktober 2011

Hier eine kleine Geschichte zur Wohnungssuche:
Ich hab natürlich die allerbeste Geschichte erlebt :P Das Zimmer, in dem ich Jetzt wohne, hat mein Kumpel Daniel im Internet gefunden. Es war auf einer Seite namens Fincaraiz inseriert. Jetzt kommen wir zu dem Gebäudekomplex und müssen dort, da der 24h Sicherheitsdienst alles sehr genau nimmt (was super ist) und uns so nicht reinlassen wollte, auf der Treppe warten. Das Gespräch mit dem Sicherheitsmann hat eine alte Dame die, wie sich herausstellt, zufällig für Fincaraiz arbeitet, mitgehört und wie es für Immobilienmakler üblich zu sein scheint, fühlte sie sich gleich gefordert und hat uns erzählt, dass SIE hier das Zimmer vermietet. Sie wohnt nämlich auch hier und hat die Anzeige ins Internet gestellt.
Also gehn wir mit ihr mit, sie führt uns zu ihrer Wohnung und bittet uns herein. Wir dachten uns erwartet die Wohnung von den Bildern aus dem Internet, aber dem war nicht so. Total verblichene Wohnung mit nem blöden Wellensittich und karg und nicht besonders einladend eingerichtet. Die Dame erzählt und erzählt was zur Wohnung gehört und so weiter und so fort, da konnte ich mir das Lachen schon fast nicht verkneifen. Aus Höflichkeit haben wir (Daniel, seine Frau Carolina und Ich) uns das ganze halt angehört, wobei ich dazwischen immer zu Carolina geschaut habe, die selbst auch schon kurz vorm Lachanfall war. Und es wurde immer komischer! Sie hat dann erzählt, dass sie alleine Lebt und, weil ich ja so groß bin, auch ein anderes, größeres Bett hat.... ging schon in eine seltsame Richtung! Dann hat sie uns das Bad gezeigt und wir sind aus dem lachen gar nicht mehr herausgekommen. Weil: Die Tür der Duschkabine war sooooooooo schmal, ich hätte da im Leben nicht reingepasst! Niemals!
Wir haben das probiert, ich war da dann drin geklemmt! Der Spalt, den sie Duschkabinentür nannte, war vielleicht 25cm breit. Ungelogen! Ich hab dann in gebrochenem Spanisch erklärt und es dann mit einem Stück imaginärer Seife nachgeahmt, dass ich mich wohl in der Toilettenschüssel frisch machen müsste :-P ;-) Die anderen haben einen Lachkrampf bekommen! Hehe zu gut, sowas hab ich noch nicht erlebt!
Sie meinte dann etwas von wegen sie würde mich da schon reinbekommen... auf jeden Fall wieder skuril mit Zwinkern, und dem lüsternen Blick einer mit einem Wellensittich alleine lebenden Immobilienmaklerin mittelsehralten Alters. 65 schätz ich...

Aber den Kommentar mit dem im Klo frisch machen fand sie gar nicht gut .... im Gegensatz zu allen anderen, einschließlich mir ;)Dann noch der Preis, den sie so dermaßen überteuert angesetzt hat, dass wir gegangen sind. Sie wollte fast das doppelte von dem ursprünglich im Internet angebotenen Preis.
So nun stehen wir unten am Eingang von dem Komplex und haben sooo das Lachen angefangen, dass wir fast geweint haben. Das war so lustig! Da kam dann ein Mädchen mit einem Dalmatiner vorbei und ich hab dann nur gemeint sie soll schnell weiter weil sonst Cruella de Ville von oben aus der Omawohnung kommt. Und das geniale dabei ist dass die halt echt genauuuuuuuuu so ausgesehn hat! 1:1 ohne Abstriche! Schwarz-Weiss-Mantel mit Hahnentrittmuster, roter Lippenstift und grau-weisse Haare. Zu gut, echt :)
Nachdem wir uns wieder eingekriegt haben, haben wir noch einmal nach der anderen Wohnung gefragt und wurden dann in ein anderes Haus im selben Komplex geschickt und siehe da, das war die Wohnung. Mussten dann nur der Vermieterin die Geschichte von Cruella de Ville erklären und dass wir deshalb eine halbe Stunde zu spät waren ;-)

Die Treppe hier in der richtigen Wohnung wurde wahrscheinlich von einem Stardesigner so konstruiert, dass die obersten drei Stufen aus abschüssig eingesetzten, polierten peruanischen Rutschholzplanken für Kurzfußindianer ein optimales Treppensteigeerlebnis bieten :P Bin natürlich erstmal in bester Tetrismanier da runtergefallen.